Rappelvolle Aula im GWZ

Die Standort-Vollversammlung im GWZ der Fachhochschule Köln ist übervoll. Sehr viele Teilnehmende müssen stehen. Eine angenehme und ausführliche Diskussion wird geführt, die Beteiligung aus dem Auditorium ist sehr erfreulich. Es kommen gute Beiträge, die zeigen, dass sich viele Menschen darüber bewusst sind, dass die Probleme im Bildungssystem schon früher als in der Hochschule wurzeln, z.B. in der Mehrgliedrigkeit des Schulsystems. Offenbar besteht das Bewusstsein, dass wir nur etwas erreichen, wenn wir das Bildngssystem ganzehitlich betrachten. Die Selektion, die in der Schule beginnt und bis zum Masterplatz anhält, muss bekämpft werden. Bildung muss stärker (öffentlich) finanziert werden, um das auch umsetzen zu können.

Die anderen Standort-Vollversammlungen in Gummersbach und in Deutz waren ebenfalls erfolgreich, auch wenn sie nicht ganz so voll waren. Diskutiert wurde z.B. über Forderungen wie "BAföG für alle" oder "Studiengebühren abschaffen". Es zeigte sich, dass die Forderungen konkretisiert werden müssen, z.B. stieß "BAföG für alle" erst auf große Zustimmung, nachdem erklärt wurde, dass im Gegenzug die Steuervergünstigungen für Eltern studierender Kinder wegfallen müssen (um nicht Reiche im System zu bevorzugen). Studierende sollen vom Staat wie Erwachsene behandelt werden und nicht mehr wie Kinder ihrer Eltern. Dies ist z.B. in Dänemark der Fall (100% Förderungsquote), um zu erwirken, dass Studierende ihr Recht auf Unterhalt nicht bei ihren Eltern einfordern müssen, sondern beim Staat - denn was tun, wenn die Eltern nicht zahlen? Soll man die eigenen Eltern verklagen?

Die Aktiven des Bildungsstreiks arbeiten bereits seit bald 3 Wochen im besetzten Freiraum 301 in der Südstadt. Viele Forderungen werden ausführlich diskutiert. Einige Forderungen wurden im Plenum letzten Sonntag auch abgestimmt. Nun beginnt der AK Forderungen parallel zu den weiteren Forderungen-Plena ein Positionspapier des Freiraum 301 zu erstellen, welches im Anschluss veröffentlicht wird und mit den Dekanaten und dem Präsidium besprochen werden soll. Das Dekanat der F01 hatte sich in der Zwischenzeit auch zum Freiraum 301 positiv geäußert.

Die Besetzung in Gummersbach ist ebenfalls positiv zu bewerten. Der AStA der FH Köln ist sehr erfreut über das politische Engagement, welches sich in konzentrierter Arbeit zeigt.