Stellungnahme des Allgemeinen Studierendenausschusses der Fachhochschule Köln zum geplanten Umzug des IWZ von Deutz nach Bayenthal

Der AStA der FH Köln steht dem geplanten Umzug des Ingenieurwissenschaftlichen Zentrums (IWZ) nach Köln- Bayenthal ablehnend gegenüber.

Ein neues Gebäude auf der populäreren Seite der Stadt Köln in einer schönen Umgebung klingt möglicherweise attraktiv für zukünftige Studierende. Auch scheinen sogenannte Vorteile durch den Neubau statt einer Renovierung des IWZs zu entstehen, wenn beim Bau darauf geachtet wird die Möglichkeiten für interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Fakultäten baulich zu fördern, sowie eine Zusammenführung der einzelnen Campi die Gemeinschaft der Studierendenschaft und Mitarbeiter fördern würde.

Demgegenüber stellt sich die Frage, was mit den vorhandenen Gebäuden in Deutz geschehen soll. Es wurde in dem Zeitraum von 2004-2007 für 20.000.000 Euro saniert, wovon 7.000.000Euro allein in die technische Gebäudeausrüstung flossen. Parallel dazu wurde über 10 Jahre hinweg das Hochhaus für mehr als den doppelten Betrag saniert. Wie kann es sein, dass nach einer solchen Sanierung die Gebäude nicht mehr als Fachhochschule ausreichend sind?

Zu diesen entstandenen Kosten kommen die seit Einführung der Studiengebühren neu entstandenen Labore und Werkstätten, die zum einen viel Platz brauchen, der in Bayenthal nicht vorhanden ist und deren Umzug kostenintensiv sein wird. Außerdem wurden gerade Seminarräume und teilweise auch Hörsäle neu bestuhlt. Es ist eine Verschwendung die ohnehin unnötigen Studiengebühren so aus dem Fenster zu werfen.

Ein Umzug des IWZs geht einher mit der Beschneidung des im Kölner Masterplan vorgesehenen Grüngürtels um 40.000m². Im Gegensatz dazu bestehen in Deutz die Möglichkeiten der Erweiterung und des Ausbaus der FH in Form von Vergrößerungen der Werkstätten und der Zusammenarbeit mit der Industrie durch angrenzende Firmen und Lagerhallen. Das kann der ohnehin begrenzte Standort in Bayenthal nicht bieten.

Nicht zuletzt stellt sich die Frage was aus den angrenzenden Stadtteilen rechtsrheinisch wird, wenn einer der größten Arbeitergeber in der Umgebung seinen Standort verlagert. Die durch studentisches Wohnen und Aktivität aufgewerteten Standorte müssten wahrscheinlich an Attraktivität einbüßen, sowie die Bildungslandschaft auf der rechten Seite muss grobe Einbußen hinnehmen.

Innerhalb von 500Metern um den aktuellen Standort befinden sich drei Studentenwohnheime mit Wohnraum für etwa 1000 Studenten. Nebenbei bietet der Standort in Deutz eine optimale Verkehrsanbindung durch den Fernbahnhof Köln Messe Deutz und der Autobahnanbindung.

Der Allgemeine Studierende Ausschuss empfindet dieses Vorhaben der Standortverlagerung, bei dem sowohl die Mitglieder des Senats, die Professoren und Mitarbeiter als auch die Studierenden ohne Mitsprache vor bereits vollendete Tatsachen gestellt wurden, als Verschwendung zu Gunsten eines Prestigeobjekts, da sich eine Hochschule weniger durch eine Baufassade, als durch die Qualität ihrer Lehre, die Wahrnehmung ihrer gesellschaftlichen Verantwortung und sozialem Bewusstsein, auszeichnet.

Aus diesen Gründen der mangelnden Transparenz lehnen wir den Neubau des IWZs zum jetzigen Zeitpunkt ab.